„Je planmäßiger Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall treffen“, ließ Friedrich Dürrenmatt einmal verlauten.
Mein Plan damals war eigentlich, eine Hausarbeit zu bearbeiten, als mich der glückliche Zufall namens HOMEWORK mit dem beeindruckenden Video „Fissa Tune“ traf. Zielsicher bohrte sich dieser außergewöhnliche Sound in meine Ohren, meine Augen wiederum schienen gefangen in diesem Esprit verrückter Ideen. Ein wahrer Overkill, für alle Sinne.
Wer steckt denn nun hinter dem künstlerisch schwerem Vorhang dieses magischen Zufalls?
HOMEWORK ist ein charismatisches, aufstrebendes Duo aus Amsterdam, Zip Stolk und Tom Waist.
Nicht nur „Fissa Tune“, auch die darauffolgenden Ep- Veröffentlichungen, unter anderem diesen Sommer die „Conversation Ep“ (Exploited) oder auch „Hudson Square Ep“ (Exploited, 2011) beweisen, dass es sich um Kenner unterschiedlichster Genres handeln muss.
Hier eine Kostprobe ihres Könnens vom Welcome To The Future Festival 2012:
Bewaffnet mit einem weiten Repertoire an musikalischem und medialem Wissen lassen HOMEWORK ihre musikalischen Inspirationen und kreativen Ideen durch einen Wirbelsturm der Individualität gleiten, bevor sie als schimmernde Perlen an Land gezogen werden. Dabei verweilen sie nicht innerhalb des House-Genres, sie bewegen sich über Horizonte hinaus, übertreten, verwischen und konstruieren neue Grenzen musikalischer Möglichkeiten.
Diese geballte Ladung exzellenter Musik ist kaum verwunderlich, denn die beiden erfahren ihre musikalische Sozialisation bereits in jungen Jahren und es ist ebendiese Leidenschaft für Musik, die sie schließlich in einem Plattenladen zusammenführt, wo sie gemeinsam arbeiten und ihr Wissen vertiefen, den Revolver für mögliche Neuentdeckungen immer voll durchgeladen…
Wie scharf HOMEWORK mit ihrer Musik um sich schießen, davon sollte man sich bei einem ihrer zahlreichen Sets selbst überzeugen. Ein sich in der Zeit verlierender Tanz im Rausch der Musik in einem der angesagten Clubs in Europa, beispielsweise im Social Club in Paris, in der Panorama Bar oder Prince Charles in Berlin, ist das beste Zeugnis einer gelungenen Partynacht.
Auf ihrem Blog http://officialhomework.tumblr.com/ steht:
“…I agreed that what really matters is what you like, not what you are like… Books, records, films — these things matter. Call me shallow, but it’s the fuckin’ truth.“
Als hätten sie sich, zufällig oder pflichtbewusst, Herrn Foucault zu Herzen genommen, der einmal sagte: “Die Spielregeln der Grenzen und der Überschreitung sind von einer einfachen Hartnäckigkeit: die Überschreitung durchkreuzt immer wieder eine Linie, die sich alsbald in einer gedächtnislosen Woge wieder schließt, um von neuem an den Horizont des Unüberschreitbaren zurückzuweichen.”
Die Vielseitigkeit in ihrer Musik, die großartige Gestaltung ihrer Cover, die Liebe zum Detail, die gepflegte Nähe zu ihren Fans, all das und noch viel mehr spiegelt ihre persönliche Passion zu ihren Kunstwerken wider. Sie durchdringen mit ihren Kreationen Grenzen, ohne dabei den Hauch von Vintage und Oldschool-Flair zu vernachlässigen.
Ein Ausnahmetalent sein, bedeutet zugleich auch immer einen Hang zur Verrücktheit, zum Absonderlichen und Leidenschaftlichen. Sonnenklar also, dass es sich bei Tom Waist und Zip Stolk um Ausnahmekünstler in der überlaufenen Szene handelt, die noch eine große Zukunft vor sich haben. Sie stoßen schon in der Vergangenheit auf großen Anklang bei anderen Künstlern wie Soul Clap, Axel Boman, Derrick Carter, momentan arbeiten sie an ihrem Debut-Album 2020 (Exploited), welches Anfang nächsten Jahres veröffentlicht werden soll.
HOMEWORKs eigener hoher Anspruch zeigt sich mit jedem neuen Projekt, welches sie in Angriff nehmen. Morgen, am 3.9., muss es kein Zufall mehr sein, der Schatz namens „Confessing Ep“ ist offiziell zum Abschuss freigegeben…Beeilt euch, denn ihre Musik trifft schneller ins Herz als jeder glatte Durchschuss!










